Diskurs: Linksfeminismus versteht sich als Plattform, um sozialistisch-feministische Positionen verstärkt in den linken Raum einzubringen, vor allem aber, um sie weiterzuentwickeln und sich mit den offensichtlichen Defiziten linker Analyse und Programmatik kritisch auseinanderzusetzen.
Diese werden in einer allgemeinen Krise marxistischer und linker Politik nicht nur vom bürgerlichen Liberalfeminismus und der Postmoderne angegriffen.
Denn die Linke als Männerbewegung besteht seit über 150 Jahren. Es wird Zeit, ihre augenfällige Schlagseite als solche zu erkennen und Antworten zu finden. Solange die Linke die Befreiung der Frau der Klassenauseinandersetzung unterordnet, gibt sie diese auf. Eine linke Frauenbewegung möglich zu machen und mit sinnvollen, fundierten und durchdachten Handlungsperspektiven auszustatten, ist unser Ziel.
Wir veröffentlichen Beiträge aus einem breiten Themenspektrum, möchten hier, unüblich für Linke, auch Raum für lesbische Perspektiven bieten und zielen auf die Bereicherung und Wiederbelebung einer feministisch-linken Diskussion, die ergebnisorientiert statt Selbstzweck ist. Denn wir wollen die Einheit von Theorie und Praxis als linken Wegweiser ernst nehmen und Publikation als intellektuelles Glasperlenspiel unterlassen.
Genauso versuchen wir, vergessene Schätze der Theorieproduktion insbesondere der Zweiten Welle des Feminismus wieder bekannt und zugänglich zu machen.
Im Sinne der Einsicht, dass das Patriarchat nicht ohne den Kapitalismus abgeschafft wird, und Politik nur erfolgreich ist, wenn sie auf materiellen Füßen steht statt an Moral oder Überzeugungen zu appellieren, soll zu einer Linken beigetragen werden, die endlich handlungsfähig ist und das patriarchal-kapitalistische System wirksam angreifen kann.
Wir sind offen für Artikelvorschläge.
