Die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen, Reem Alsalem, hat in einem bereits Ende Mai veröffentlichten Bericht (deutsche Version: hier) festgestellt, dass Prostitution eine Form von Gewalt gegen Frauen und schwere Verletzung ihrer Menschenwürde sei.
In dem 19-seitigen Dokument, vor deren Entstehung sie unter anderem Menschenrechts- und Aussteigerinnen-Organisationen anhörte, listet sie detailliert auf, wie Gewalt gleichzeitig eine Ursache, Form und Folge der Prostitution sei, die insbesondere vulnerable Frauen und Mädchen treffe und unterstreicht die gravierenden Folgen für die Betroffenen. Sie weitet den Begriff der Prostitution auch auf Pornografie aus, die sie als „gefilmte Prostitution“ bezeichnet, und weist die Begriffe „Sexarbeit“ und „Sexarbeiter“ bereits in der Einleitung scharf zurück, da sie die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen außer Acht ließen und die Betroffenen hierüber gaslighteten.
Alsalem weist auf die Notwendigkeit eines staatlichen Eingriffs hin, um das Problem umfassend in den Griff zu bekommen. Zu diesem Zweck empfiehlt sie unter anderem das Nordische Modell. Alsalem präsentiert in dem Zusammenhang einen weitreichenden Forderungskatalog, der sogar darüber hinausgeht und beispielsweise die Aufnahme der Namen von Freiern in Sexualstraftäter-Dateien beinhaltet, um diese nachhaltig abzuschrecken.
Sie fordert ebenso konsequente Gesetze, die „Besitz, Produktion und Hosting“ von Pornografie kriminalisieren. Das Ziel müsse sein, Pornografie und ihren Konsum völlig zu überwinden.
Alsalems Stellungnahme ist an Deutlichkeit kaum zu übertreffen und angesichts ihrer Position als hochrangige UN-Repräsentantin von großem Wert für die Debatte um Prostitution und das Nordische Modell, die in Deutschland zuletzt wieder aufflammte. Während sich in der Linken der Mythos, Prostitution sei eine Form von Arbeit anstatt von Gewalt, immer weiter verbreitet, liefert dieser Bericht eine unmissverständliche Darstellung der Fakten, ordnet diese in Bezug auf das Völkerrecht als Menschenrechtsverstöße ein und fordert entschiedenes Handeln zum Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen. Linke und Feministinnen, die diese leugnen, verschließen die Augen vor einer der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen, die Frauen erleben müssen.
Alsalem positionierte sich im April auch zur Frage der Definition einer Frau im Völkerrecht, die sie klar als biologisch bezeichnete.
