Einer der letzten weiblichen Räume von Auflösung bedroht

In Wien kämpft einer der letzten verbliebenen exklusiv weiblichen Räume um seine Existenz. Das Frauen- und Lesbenzentrum (FZ), das 1981 durch die Besetzung eines leerstehenden Hauses entstand und seitdem unabhängig blieb, wurde nach einer Sanierung aus seinen Räumen ausgeschlossen.

Tatsächlich besaß es keinen Mietvertrag. Das Haus gehört bis heute der Stadt Wien, die den Verein, der das Haus instandhielt, dort duldete. Nachdem die Stadt es instandsetzen ließ, wurden die Räume dem FZ jedoch nicht zurückgegeben. Es bekam stattdessen das Angebot, zusammen mit dem im selben Haus angesiedelten Verein Werkstätten und Kulturhaus (WUK) einen Mietvertrag zu unterzeichnen.

Dieser allerdings nähme dem Frauenzentrum nicht nur seine Autonomie, da es keinen eigenen Vertrag bekäme, sondern wäre auch nicht bezahlbar. Deshalb steht das Zentrum seit Längerem gänzlich ohne Räume da. Im Moment befindet es sich in einem Rechtstreit mit der Stadt Wien, der in erster Instanz verloren wurde.

Gelingt es nicht, einen Mietvertrag zu erhalten, der die Autonomie des Zentrums sichert sowie bezahlbar ist, steht einer der letzten exklusiv weiblichen, lesbischen und feministischen Räume Europas vor dem Aus. Das FZ ruft deshalb zu Spenden auf, die u.a. für das Gerichtsverfahren dringend benötigt werden. Hier können die Frauen unterstützt werden, ebenso wie eine Petition an die zuständige Stadträtin läuft, die hier gefunden und unterzeichnet werden kann.