08. März: für eine neue linke Frauenpolitik

Am heutigen Frauenkampftag weisen wir deutlich auf die Defizite der politischen Linken im Bereich des Feminismus hin. Sie hat es bis heute nicht geschafft, einzusehen, dass durchaus Interessengegensätze zwischen linken und proletarischen Männern und Frauen da sind, dass Frauen deshalb eine selbstständige Organisierung brauchen, dass Frauenpolitik überhaupt nur Sinn macht auf Basis einer biologischen Definition von Geschlecht.

Stattdessen verliert sich die Linke in postmoderner Identitätspolitik und einer Theorie, die mit der Abschaffung einer materialistischen Definition der Frau ein Angriff auf die Existenz von Feminismus selbst ist. Folgerichtig verliert sie langsam sogar die Einsicht in die ausbeuterische Natur von Prostitution und Leihmutterschaft.

Wir fordern die politische Linke dazu auf, endlich aktiv eine Auseinandersetzung mit postmodernen Theorien, den Schattenseiten der Queerbewegung und der Lage der Frau im Kapitalismus zu führen — nicht nur unter dem Aspekt der Klasse, sondern auch unter dem Aspekt geschlechtlicher Arbeitsteilung, der aufzeigt, dass Männer kollektiv von der Hausarbeit der Frau profitieren. Dies ist nicht einfach durch die Vergesellschaftung der Produktionsmittel gelöst! Frauen brauchen eine umfassende Befreiung von der Ausbeutung zuhause durch selbstständige Organisierung, Demokratisierung von Hausarbeit und Zentrierung ihrer Unabhängigkeit bei der Familiengründung.

Hier ist unser Plädoyer für eine Erneuerung der linken Frauenpolitik in der Freiheitsliebe.